Zürich und Bari liegen 1.300 km auseinander, zwei Stunden und zwanzig Minuten mit dem Flugzeug. Für eine Schweizer Marke, die eine Sommerkampagne dreht, ist diese Distanz die wichtigste Zahl im Produktionsbudget geworden.

Warum Süden, warum jetzt

Drei strukturelle Gründe.

Licht. Das Zürcher Licht von Mai bis September ist ausgezeichnet, aber vorhersehbar. Süditalienisches Licht ist dramatisch, golden, fast editorial. Eine Kampagne, die sich warm anfühlen muss, dreht in warmem Licht, nicht in "Zürich im Juli mit warmem Grading".

Locations. Ein Schweizer Brief will meistens ein mediterranes Setting, das er zu Hause nicht findet. Masseria, weisse Stadt, Olivenhain, Küstenklippe. Nichts davon existiert in der Schweiz in fotografierbarer Form.

Kosten. Ehrliche Zahl: Eine 5-Tage-Produktion in Apulien mit überwiegend lokaler Crew landet bei 40 bis 60% einer vergleichbaren Schweizer Produktion. Nicht weil die Crew weniger bezahlt wird, sondern weil die Logistik einfacher ist. Keine 4-Stunden-Van-Schichten, keine 1.200 Franken Catering pro Tag, kein "Weingut-als-Luxus-Prop" Aufschlag.

Was Schweizerisch bleibt

Die Kreativ-Direktion. Die Art-Buyerin. Die Talent-Verträge. Die Rechnungswährung (CHF, wenn die Marke das bevorzugt). Der Rechtsrahmen (Schweizer Recht, wenn beide Parteien zustimmen).

Letzteres zählt. Eine Schweizer Marke, die eine italienische Produktion briefed, will den vertraglichen Boden, den sie kennt. Wir signieren Produktionen unter Schweizer Recht, wenn der Kunde es verlangt, auch wenn wir in Italien operieren. Fakturierung in EUR oder CHF, der Kunde wählt.

Der Brief bleibt Schweizerisch. Die Ausführung wird mediterran.

Was Italienisch wird

Die Crew. Die Locations. Das Catering. Die Permits. Das Casting (meistens).

Bei Casting Direction wird es konkret. Eine Schweizer Marke, die eine mediterrane Kampagne briefed, will mediterrane Gesichter. Unser Talent-Pool ist dafür gebaut, 107 Talents, 67 Frauen und 40 Männer, überwiegend aus dem Mittelmeerraum. Wenn eine Zürcher Agentur bucht, bekommt sie am Tag eins den richtigen Look.

Die Produktionslogistik

Ein typischer Zürich-zu-Apulien-Brief läuft so:

Das Kreativteam fliegt am Morgen des technischen Scouts nach Bari (oder gelegentlich Brindisi). Die Pre-Production lief remote, Zoom-Calls, Decks in Notion, Verträge in Adobe Sign. Zwei Tage Prep vor Ort, drei Tage Shoot, halber Tag Wrap.

Wir übernehmen alles unterhalb der Kreativ-Ebene: Permits, Scouting, Crew, Equipment, Talent am Set, Transport, Catering, Wrap Reports, Lieferanten-Abrechnung. Das Zürcher Team kümmert sich um Regie, Styling, Art Buying, Markenfreigaben.

Bis Freitagabend ist die Kampagne im Kasten. Das Kreativteam fliegt am Sonntag zurück. Der Wrap Report ist am Mittwoch in der Inbox.

Wo Moi sitzt

Wir sind die Produktionsfirma für internationale Marken, die in Italien drehen. Die meisten unserer eingehenden Briefs kommen aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Grossbritannien. Die meisten Shoots finden in Apulien statt (unser Heimatboden), aber wir arbeiten in ganz Italien und selektiv im weiteren Mittelmeerraum.

Wenn du einen Sommer-Brief hast, der mediterrane Ausführung will, ohne die Schweizer Organisation zu verlieren, lautet die Antwort: brief uns. Ehrliche Antwort innerhalb eines Werktags.